Kategorie: Denkanstöße

Nur mal laut gedacht

  • Immer diese pösen pösen Chinesen

    Aktuell fallen chinesische AIs damit auf, dass wenn Du sie fragst wer sie sind sie behaupten Claude zu sein.

    Liegt halt daran, dass Du nicht jeden Input als Trainingsdaten verwenden kannst, sondern diese besser vorsortieren und überarbeiten solltest. Das ist super aufwändig und teuer.

    Was man als findiger AI Entwickler der Geld sparen möchte also macht ist, sich einen Haufen Fake-Accounts zu einem besser trainierten/ weiter entwickelten Model zu besorgen und diesen dein Model über unzählige Abfragen zu trainieren. Nennt sich Distillation. (Macht natürlich absolut nieeeemand und wenn dann nur alle anderen)

    Claude ist jetzt voll Mimimi das ist Diebstahl auf industriellen Maßstab. Geht gar nicht und so. Ja, die klauen sich selbst alles aus dem Internet zusammen. So schon Doppelmoral hoch 10.

    Aber jetzt kommts: Hast Du nach Release von Claude diesen gefragt welches Model es ist bekam man die Antwort es sei GPT. 😂

  • Alles nur Rauschen

    Es ist momentan echt schwer Alltagsthemen zu finden, die mit dem eigentlich großen Thema dieser Zeit mithalten kann, aber gerade dieses bietet leider nicht viel von Substanz aktuell.

    Diese ganzen Diskussionen über was wurde auf den Partys gemacht, wer war da, wie ist Epstein um gekommen etc. lenken nur von dem eigentlich viel wichtigeren Punkt ab:

    Diese Partys gingen nicht darum kranke Gelüste auszuleben die abseits jeder Moral liegen. Wenn es darum ginge, dann hätte es keine Kameras und Aufzeichnungen gegeben. Jeder swinger Club bekommt es hin, dass keine Kameras im Haus sind. Diese Partys sind dazu da ein Kompromat zu schaffen.

    Das gab es schon immer in der Geschichte der organisierten Kriminalität: Gräueltaten jenseits aller guten Sitten und Moral als Bindeglied. Eine Art Einführungsritus, mit dem sicher gestellt wird, das kein Mitglied den anderen in den Rücken fallen kann.

    Das einzige das neu ist: hier vernetzten sich nicht Tunichtgute und Taugenichtse die sich alleine niemals etwas aufbauen könnten um zusammen den großen Reibach zu machen. Geladen wurde nur wer so schon alles hat.

    Reiche und Mächtige – die die mehr als alles haben was man sich erwünschen und erträumen kann, mehr Geld als ganze Dynastien verpulvern könnten selbst wenn sie es wollten, so viel Macht, dass sie die Welt nach ihrem Willen formen können. So groß und mächtig, ihnen gehört wortwörtlich die Welt – jeder Einzelne von ihnen dazu fähig mit nur einer Entscheidung ganze Staaten und Branchen zu stürzen. Das Epstein-Netzwerk hat diesen Leuten die wirklich alles haben irgendetwas geboten, wofür diese Leute bewusst und sehenden Auges das Risiko eingehen eine Foto-Veröffentlichung weit davon entfernt zu sein für den Rest ihres Lebens als Pedo in den Knast zu gehen.

    Drum sage ich die viel wichtigere Frage ist: was wurde den Leuten dort tatsächlich geboten?

    So makaber das jetzt klingt, aber hübsche Frauen und entführte Kinder könnte sich jeder von ihnen selbst leisten. Dafür brauchen sie keinen Epstein. Ein Gates oder Musk brauchen auch nicht noch mehr Geld, mit dem sie gar nicht mehr wissen wohin damit. Ihre Keller sind auch groß genug um sprichwörtliche und auch wortwörtliche Leichen selbst verschwinden zu lassen.

    Daher die einzig wirklich relevante Frage dabei ist: was wurde da WIRKLICH angeboten? Denn Schwarzgeld hatten die alle zur Genüge.

  • Auffällig ruhig

    Ich warte ja nun schon länger darauf, dass in Deutschland jemand Stellung bezüglich den Epstein-Akten bezieht.

    Jetzt ist es soweit:

    Konstantin von Notz (Grüne)

    Mark Heinrichmann (CDU)

    Sebastian Fiedler (SPD)

    Das sind so die Leute von denen ich jetzt Statements/ Forderungen gefunden habe. Wer kennt sie nicht.

    Schade, dass wir in Deutschland keine Institution haben, die genau für sowas da wäre. Zum Beispiel eine Ministerin die sich just gerade mit dem Schutz vor voyeuristischen Aufnahmen beschäftigt. Wobei ich hier ja niemanden direkt ansprechen wollen würde, schon gar nicht nur eine einzelne Person.

  • Lifestyle Teilzeit

    Ich sehe es so, dass die Debatte darum etwas fehlgeleitet ist. Diese Fehlleitung kommt meiner Meinung allerdings durch die Begründung des Vorschlages.

    Es wurde nicht argumentiert wie schwer es doch sei für Unternehmen Fachkräfte zu finden, die die offen gewordenen Stunden decken. Das es zu viel Aufwand oder Kosten verursachen würde, oder was für Probleme dadurch entstehen mögen.

    Die Debatte um die Abschaffung/ Einschränkung des Rechts auf Teilzeit erfolgt nicht aufgrund von Sachzwängen, sondern über Moral. Gäbe es gute Gründe und würden diese auch hervorgebracht, wäre die Diskussion eine ganz andere. Der Konflikt entsteht durch das Framing (und der absolut weltfremden Auflistung der Ausnahmen, welche z.B. Krankheit vollkommen außen vor lässt, welche allerdings eh nur dann als Begründung genutzt werden kann wenn man den Anspruch aufgibt dass der AG kein Recht darauf hat darüber informiert zu werden).

    Hier wird Teilzeit als was minderwertiges dargestellt. Die Argumentation ist gänzlich von der Grundannahme geprägt, der Sozialstaat hätte einen Anspruch auf die Arbeitskraft ihrer Bürger. Es wird angedeutet man müsste das Solidarprinzip erst verdienen.

    Und was mich persönlich besonders wütend macht dabei ist von wem diese Aussagen stammen. Gitta Connemann zum Beispiel ist selbst ist ein Paradebeispiel für Lifestyle-Teilzeit. Anders als bei den meisten, wo andere Dinge im Fokus stehen als die Teilzeit, machen Sie und viele andere Politiker es tatsächlich zu einem Lifestyle möglichst viele wichtige Jobs und Posten nur nebenbei zu bekleiden.

    Die Zeit die Politiker in ihrem Leben Vollzeit sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, geht mich ja eigentlich nichts an, aber wird halt bitter wenn man derlei Forderungen dann hört. Dank ihrer Posten bekommen sie auch so Summen vom Staat von denen jeder normalsterbliche nur träumen kann, ganz ohne dass sie nennenswert einzahlen müssen. Was auch grundsätzlich ja richtig und wichtig ist! (Ich kritisiere ihre Ansichten, nicht ihre Leben!). Nur wenn es doch unfair sein soll, dass Teilzeitbeschäftigte die gleichen Ansprüche und Rechte in einem Sozialstaat haben weil sie ja weniger Sozialabgaben beitragen, warum fängt diese „Logik“ dann nicht da an wo die Diskrepanz am höchsten ist? 11.833,47 Euro brutto pro Monat Abgeordnetenebtschädigung + steuerfreie Aufwandsentschädigung von 5.349,58 Euro monatlich – alles ohne Sozialabgaben (was ich wie gesagt ja auch richtig finde!), aber nicht einen Cent Sozialabgaben – und trotzdem noch die gleichen Rechte und Ansprüche wie jeder andere auch. Wer das kassiert dem geht es nicht darum wie unfair das doch sei.

    Es wird schnell klar, dass es hier eben nicht darum geht dass nur Eltern ein Recht auf Teilzeit haben sollten. Man hat hier ein Problem damit, wenn Menschen freiwillig auf Wohlstand verzichten. Man sieht es als unmoralisch an nicht sein Leben auf Mein Auto, Mein Haus, Mein Boot auszurichten und Freizeit/ Lebensqualität über Geld zu stellen. Und dabei begrenzt sich die Kritik ja nicht mal „nur“ auf Sozialleistungs-Beziehende – Frei nach dem Motto jeder muss seinen Lebensunterhalt bestreiten können bevor er grundlos weniger arbeitet. Man argumentiert über Rechte in einem Sozialstaat, das geht weit über Sozialhilfe und ist unabhängig davon ob es überhaupt in Anspruch genommen wird.

    Hier wird indirekt die Frage gestellt ob in einem Sozialstaat alle die gleichen Rechte haben sollten oder ob man sich diese erst erkaufen sollte. Es ist eine Debatte über Arbeitszwang in disguise.

    Das man dem angeblichen Fachkräftemangel nicht dadurch behebt, dass Fachkräfte dann halt kündigen müssen wenn sie keinen akzeptierten Grund für Teilzeit haben, ist da dann nur noch das I-Tüpfelchen. Rein bezogen auf den Fachkräftemangel unterstützt dieser Vorschlag nur Unternehmen die ihren Angestellten nicht wohl gesonnen und zudem schlecht aufgestellt sind. A ka Unternehmen die eigentlich eh reformiert werden müssen oder getrost unter gehen können. Denn verantwortungsbewusste Unternehmen haben ein Eigeninteresse daran die Motivation und Leistungsfähigkeit ihrer Angestellten zu erhalten und würden einem solchen Antrag dann auch zustimmen (des Recht auf Teilzeit gibt es ja eh nur in Unternehmen die groß genug sind um das bieten zu können und auch nur dann wenn keine unternehmerischen Gründe dagegen sprechen). Es würde sich also nur in Unternehmen etwas ändern, die, obwohl sie können, lieber eine Kündigung riskieren, als dem Arbeitnehmer entgegen zu kommen. Dabei wird ein Arbeitnehmer ja nicht grundlos in Teilzeit gehen. Das tut er weil er einen Nachteil in der Vollzeit sieht, den er nicht bereit ist zu tragen – da ist egal ob er Kinder hat oder nicht, es ist auch egal ob es nun aus Stress, sonstigen Verpflichtungen oder allein aufgrund dessen das er sich sagt für das Geld tue ich mir den Stress nicht mehr als nötig an. Das sind alles valide Gründe und die verschwinden auch nicht nur weil man Arbeitgebern die Option gibt nein zu sagen ohne dass der AG valide Gründe hat die dagegen sprechen.

    Denn das ist die Debatte ganz ohne Metaebene und Philosophie: wer kann besser über Leben und Alltag von Menschen entscheiden – der Mensch selbst, oder unternehmerische Willkür. Es ist die Frage wessen „keinen plausiblen Grund haben“ wiegt schwerer.